Artenschutzprojekte des Naturschutzring Dümmer e.V.

2010 - 2016 im Rahmen der Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt im Auftrag des Landes Niedersachsen.

 

Von 2010 bis 2016 wurden vom Naturschutzring Dümmer e.V. über 30 Artenschutzprojekte initiiert und durchgeführt, die sich meist über mehrere Jahre erstreckten und die zum Inhalt hatten, Arten gezielt durch Verbesserungen ihres Lebensraums in ihrem Bestand zu stützen und zu fördern. Vier Projekte zielten darauf ab Arten, die dem Gebiet in den letzten vier Jahrzehnten verloren gegangen sind, d.h. ausgestorben sind, wieder heimisch zu machen. Die Umsetzung der Projekte wurde durch die finanzielle Förderung des Landes Niedersachsen ermöglicht.   

Es wurden für ein breites Spektrum von Arten Maßnahmen durchgeführt.

 

Vögel

Wiesenlimikolen (Kiebitz, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Bekassine, Kampfläufer),

Trauerseeschwalbe, Fischadler, Seeadler, Rohrdommel, Röhrichtvögel, Tüpfelralle, Sumpfohreule, Nachtigall, Neuntöter, Ziegenmelker, Weißstorch.

 

Amphibien & Reptilien

Moorfrosch, Laubfrosch, Knoblauchkröte, Ringelnatter, Schlingnatter.

 

Insekten

Sumpfhornklee-Widderchen, Hochmoorbläuling, Sumpfschrecke, Grüne Mosaikjungfer,

Große Moosjungfer, Maulwurfsgrille

 

Pflanzen

Breitblättriges Knabenkraut, Fleischfarbenes Knabenkraut, Kriechender Sellerie, Sumpfläusekraut, Lungenenzian, Großer Klappertopf.

 

Fische

Schlammpeitzger

 

Fledermäuse

Wasserfledermaus

Trauerseeschwalbe_Flyer.pdf

Artenschutzprojekt Trauerseeschwalbe

Das Artenschutzprojekt Trauerseeschwalbe am  Dümmer

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Laubfrosch_Flyer.pdf

Artenschutzprojekt Laubfrosch

Das Artenschutzprojekt Laubfrosch im Korridor vom Dümmergebiet bis zum Barnstorfer Moor.

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Schlaglichter

 

auf Projekte zur Förderung ausgewählter Arten/Artengruppen.

 

Vogelarten

Der Brutbestand der Trauerseeschwalbe im Dümmergebiet  wurde durch das Ausbringen von Nistflößen unterstützt. Neu angelegte oder wieder hergestellte Gewässer im Umfeld der Kolonie schaffen ein breiteres Nahrungsangebot.

Für Kampfläufer, Rotschenkel und weitere hochgradig gefährdete Wiesen- und Sumpfvögel wurden attraktive Brut- und Rastplätze durch Anlage von Senken, durch Reliefgestaltung und Unterstützung des Betriebs von Vernässungspoldern geschaffen.

Die Ansiedlung weiterer Paare Fischadler wurde durch neu installierte bzw. instandgesetzte Nisthilfen gefördert.

Ausgewählte Flächenkomplexe wurden über Flächenpolderung , Rückbau von Drainagen, Anlage von Gewässern und den Bau von Windpumpen dauerhaft vernässt, um niedrigwüchsige Röhrichte und Seggenrieder sowie offene Wasserstellen zu entwickeln. So sollen Tüpfelsumpfhuhn, Wasserralle, Rohrdommel, auch Laub- und Moorfrosch und Watvögel wie Kampfläufer, Uferschnepfe und Kiebitz neuen Lebensraum erhalten.

Neuntöter und Nachtigall wurden durch Erhalt alter und Schaffen neuer Lebensräume insbesondere Hecken- und Saumstrukturen gefördert.

Um tödliche Kollisionen der Sumpfohreule mit Stacheldrahtzäunen zu verhindern, wurde der oberste Draht in den Grünlandgebieten am Dümmer bei vielen Zäunen mit Glattdraht überspannt.

Der Ziegenmelker wurde im Bereich des Südlohner Moores durch Offenhalten seines Lebensraumes unterstützt.

Für den Weißstorch wurden sechs neue Nisthilfen errichtet. Vier davon im näheren Dümmergebiet, zwei bei Diepholz.

Für die Rohrdommel wurde ein Altarm an der Hunte angelegt und ein Nahrungsgewässer im Ochsenmoor von Gehölzen freigestellt.

 

Lebensraum Röhricht

Das Röhricht am Dümmer, Lebensraum für z.T. hochgradig bedrohte Vogelarten, wie Rohrdommel, Rohrweihe, Wasserralle, erfährt seit vielen Jahren u.a. durch mechanische Schädigung und ungünstige Wasserstände einen dramatischen Rückgang. Um zu untersuchen, wie der Rückgang trotz ungünstiger Rahmenbedinigungen aufgehalten werden kann bzw. ob Schilf durch geeignete Maßnahmen gefördert werden kann, wurden an mehreren Uferstrecken Buhnen errichtet bzw. repariert und Sedimentfallen gegen Erosion eingebaut. An erosionsgeschützten Uferabschnitten soll erprobt werden, ob sich dort durch eine natürlichen Ausbreitung über Wurzelausläufer oder Leghalme Röhricht entwickeln kann.

 

Amphibien / Reptilien

Für den Laubfrosch, der nach 40jähriger Abwesenheit mittlerweile das Dümmergebiet wieder besiedelt hat, und für den Moorfrosch wurden über 60 Laichgewässer und zahlreiche Sommerlebensräume geschaffen. Es wurde auf einer geeigneten Projektfläche im NSG Boller Moor und Lange Lohe ein Versuch gestartet, die Knoblauchköte wieder anzusiedeln. Auch diese Art verschwand vor 40 Jahren aus dem Dümmerraum und auch aus angrenzenden Gebieten. Eine weitere verschollene Art ist die Ringelnatter. Hier wurde ein Versuch gestartet, diese für Menschen harmlose Schlangenart, die sich von Amphibien ernährt, wieder im Dümmergebiet heimisch zu machen. Parallel dazu wurden für die Art ein vielfältiges Lebensraummosaik hergerichtet, das auch Amphibien zugute kommt. Im Bereich Südlohner Moor wurde für die seltene Schlingnatter Lebensraum optimiert.

 

Wirbellose

Die Schmetterlingsarten Sumpfhornklee-Widderchen und Hochmoorbläuling wurden durch auf sie zugeschnittene Pflegemaßnahmen gefördert. Beim Widderchen war dies eine alljährliche schonende, mosaikartige Mahd, beim Hochmoorbläuling die Herstellung eines Mosaiks aus Offenland und Gehölzbereichen, das ein besonderes Kleinklima bietet.

Im Dümmergebiet wurde die Sumpfschrecke durch alljährliche Einrichtung spät bewirtschafteter Schonstreifen gefördert.

Bei der seit den 1970er Jahren aus dem Dümmergebiet verschwundenen Libellenart Grüne Mosaikjungfer wurde der Versuch einer aktiven Wiederansiedlung unternommen. Parallel wurden geeignete Lebensräume, insbesondere Ablaichgewässer mit Krebsschere, entwickelt.

Die Große Moosjungfer, eine weitere Libellenart, wurde im Diepholzer Moor durch Schaffung geeigneter Gewässerlebensräume unterstützt.

Die hochgradig bedrohte Maulwurfsgrille wurde durch Optimierung ihres Lebensraums in Randlage zum Diepholzer Moor gefördert.  

 

Pflanzen

Es wurde versucht das am Dümmer ausgestorbene Sumpfläusekraut  durch Ausbringen von Saatgut im Feuchtgrünland wieder anzusiedeln.

Die Bestände des Breitblättrigen Knabenkrautes und des Fleischfarbenen Knabenkrautes wurden ermittelt und versucht sie durch schonende Bewirtschaftung zu fördern.

Ein kleiner Bestand des Kriechenden Selleries, eine nach der europäischen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) geschützte Pflanze, wurde intensiv betreut. Die Art der Maßnahmen und Art und Zeitpunkt der Bewirtschaftung am Wuchsort wurde für die Art optimiert.

Vorkommen des Lungenenzians und des Großen Klappertopfes wurden durch geeignete Maßnahmen zur Unterstützung der natürlichen Ausbreitung gefördert.

 

Fische und Säugetiere

Über die Anbindung von Kleingewässern im Ochsenmoor an das Grabensystem wurden für den Schlammpeitzger Rückzugsräume abseits der Gräben geschaffen.

Insbesondere zur Unterstützung der Wasserfledermaus wurden alte und jüngere Kopfweiden am Dümmerdeich einem Pflegeschnitt unterzogen, so dass ihre Höhlen den Säugetieren weiterhin bzw. zukünftig als Quartier dienen können.

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